Was ist nur mit Wordpress los

Manchmal gibt es richtige Rätsel. Ohne das irgengetwas verändert wurde, sind bei der Seite plötzlich die Links verschwunden. Nach einem Theme-Wechsel waren sie wieder da. Dabei war es vorher schöner.

Nachtrag 10.02.

Jetzt geht es wieder. Komisch.

FAZ beschäftigt sich mit Blogs

In der gestrigen Ausgabe der FAZ gab es einen längeren Artikel über Blogs. Dabei fallen einige Punkte auf: Zum einen wird im Vergleich des Mediums Blog mit Printmedien das Arbeitsethos von Journalisten überhöht. Es ist festzuhalten, dass einige Blogger mindestens genauso seriös arbeiten wie angesehene Journalisten (es soll sogar welche geben, die Maßstäbe der Wissenschaften anlegen; hingegen hat der Trend zu freien Journalisten in den letzten Jahren auch nicht gerade zur Qualität des Journalismus beigetragen, im Gegenteil: er ist noch mehr zum Einfallstor von PR und Manipulation geworden). Die Werbefreiheit und die Unabhängigkeit von der politischen Klasse, wie sie in den meisten Blogs besteht, bringen enorme Vorteile mit sich. Zudem gibt es mittlerweile einige Journalisten, die Blogs für ihre Recherche ansurfen. Die IPs in der Besucherstatistik dieser Seite sprechen darüber Bände.

Ein anderer Punkt ist, dass irgendwie nach einer Übersicht von Blogs gesucht wird, die es nun gar nicht geben kann. Blogs sind entgegen Zeitungsredaktionen nicht hirarchisch strukturiert, sondern befinden sich in ständig aktualisierenden Anordnungen. Eine ganz wesentliche Kritik an dem Artikel in der FAZ ist jedoch, dass die Wirkungen der Blogspäre für die Öffentlichkeit und auch die politische Kommunikation stark unterschätzt werden. Es ist nicht mit dem Hobby des Gitarrengeschrabbels vor 20 Jahren zu vergleichen, sondern es geht auch um Meinungsäußerung und aktuelle Berichte.

Linkupdate

Es fanden sich in den letzten Tagen interessante Blog zu Themen der Soziologie, die als lesenswert beachtet werden können. So wurden diese der Linkliste hinzugefügt.

Mehr weibliche als männliche Blogger – Bedeutet dies Gleichstellung?

Mittlerweile werden empirische Studien über die Zusammensetzung und Kommunikationsprozesse in der Blogssphäre angestrengt. An der Ruhr-Uni-Bochum wird die geschlechtliche Dimension von Cilja Harders und Franka Hesse erforscht. Dabei ergab eine Erhebung, dass 67% der Blogger weiblich sind. Dies ist besonders auf die jugendlichen Internetnutzer zurückzuführen. So sind in der Altersgruppe von 13 bis 17 sogar 84% der Blogbetreiber weiblich. Bei den über 18jährigen sind es nur noch 53%. Diese Daten können auch hinsichtlich der Themen und der Funktionen von Blogs zwischen privater und öffentlicher Kommunikation analysiert werden.

Mit dem Auftauchen von Blogs werden häufig zwei Hoffnungen verbunden. Zum einen sollen sie zu einer Demokratisierung beitragen und zum zweiten kann mit ihnen die Teilhabe marginalisierter Gruppen verbessert werden. Die beiden Wissenschaftlerinnen aus Bochum sehen eine Ursache geschlechtspezifischer Ausschlussformen in der modernen Trennung von Öffentlichkeit und Privatem. „Die Grenzlinie zwischen privat und öffentlich wird machtvoll ausgehandelt und schließt Frauen aus“, so schreiben sie in einem Aufsatzes in der Zeitschrift femina politica (S. 92). Besonders dadurch können Chancen in Blogs gesehen werden, da sie als Tagebuch in klassischer Form ein Bestandteil privater Artikulation sind, gleichzeitig aber öffentlich zugänglich sind.

Der hohe Frauenanteil bei den Blogs bedeutet aber keine gleiche Teilhabe an politischen Diskussionen. Dies ist die Folge von Aufmerksamkeitsökonomien. Nach empirischen Studien aus den USA zeigt sich, dass bei den erfolgreichen und bekannten Blogs (so genannte A- oder alpha-Blogs) Frauen nur sehr gering als Autoren vertreten sind. Die Blogs scheinen also geschlechtsspezifisch strukturiert zu sein. Dabei haben viele Blogs der weiblichen Jugendlichen eher Funktionen in der Kommunikation im sozialen Nahbereich. Sie sind weniger als eine politische Plattform zu interpretieren.

Literatur
Harders, Cilja und Franka Hesse (2006): Partizipation und Geschlecht in der deutschen Blogsphäre – Weblogs: Ein neues Medienformat im Netz, In: femina politica – Zeitschrift für feministische Politik-Wissenschaft, 2/2006, S. 90 - 101

Video von der Hinrichtung von Saddam Hussein

Wie das CIO Blog berichtet, wird Saddam Hussein zunehmend zum Internet-Star. Videos mit ihm werden auf den einschlägigen Seiten massenweise abgerufen. Besonders die mit dem Handy gefilmte Hinrichtung ist ein Renner. Hier zeigen sich ganz neue Entwicklungen des Umgangs mit dem Bild. Einerseits demokratisiert sich die Verbreitung. Andererseits werden sinnvolle redaktionelle Tätigkeiten (wie die Überprüfung von Korrektkeit und ob man eine derartige Verbreitung wollen kann) übergangen.

Dadurch, dass Kameras mit der Miniarurisierung allgegenwärtig sind und gleichzeitig mit dem Internet eine sehr schnelle Verbreitung möglich ist (über Blogs und Videoarchive), kann die Öffentlichkeit über das Private hereinbrechen. Der Irrglaube einer Anonymität im Internet (weder besteht diese noch kann die private Haftung als Urheber vollkommen ausgeschlossen sein) wirkt an der Entstehung eines blutrünstigen und sensationsgeilen Mobs mit. Man kann von Hussein halten was man will; das Video einer Hinrichtung sollte nicht diesem Mob ausgeliefert sein. Die Tatsache, dass einige Fernsehsender (sicherlich mit der Befürchtung die Rolle als Leitmedium zu verlieren) dieses Video unter dem Deckmantel einer scheinbar kritischen Berichterstattung ebenso ausgestrahlt haben, rechtfertigt diesen Mob in keiner Hinsicht.